Unsere Partnerinnen

Nehmen wir mal ein ganz normales Jahr. Und nehmen wir für dieses normale Jahr einen ganz normalen Rosenmontagstermin, also beispielsweise den 23. Februar. Dann können wir annehmen, dass die drei Landsturmsitzungsabende am 13., 14. und 15. Februar stattfinden werden.
    Legen wir unserer realistischen Spekulation diese Daten zugrunde, dann haben die Landstürmer vor den Sitzungen über’n Daumen ca. vierundzwanzig Wochen, um die Bühnenauftritte inhaltlich, spielerisch und technisch vorzubereiten. In den ersten zwölf Wochen sind das zusammen im Schnitt mindestens ein Dutzend Abende, an denen die Landstürmer nicht zu Hause sind. Danach folgen sechs Wochen mit jeweils zwei Probeabenden und sechs weitere Wochen mit etwa drei Probeabenden. Daraus ergibt sich pro Landsturmsitzungswochende zwischen September und Februar zwingend eine häusliche Abwesenheit an ca. zweiundvierzig Abenden.
    Doch nicht nur das müssen unsre Lebensgefährtinnen ertragen. Denn schlimmer als die körperliche Abwesenheit des Partners wiegt oft dessen vierteljährliche psychische Absenz. Der sogenannte Hausherr kümmert sich monatelang nur noch oder doch überwiegend um Bühnenauftritte, um einzustudierende Lieder, ums Auswendiglernen abwegiger Texte, um Sketche, Kostüme, Masken, um Bühnenbilder, -effekte und -kulissen. Wieviel der gebotenen häuslichen Aufmerksamkeit und wünschenswerten partnerschaftlichen Zuwendung bleibt da wohl auf der Strecke?! Was müssen die Frauen der Landstürmer da nicht alles wegstecken, wenn ihr Landsturmmann  -je nach Temperament, Lampenfieber und Dünnhäutigkeit-  wiederholte Anfechtungen von Mutlosigkeit und Depression, ja Verzweiflung mit nach Hause bringt und dort im Familienkreise „ablädt“.


Und als wäre das nicht genug, helfen unsere kreativen Gefährtinnen uns beim Ausdenken, Entwerfen und Schneidern der rollenspezifischen Kostüme, beim endlosen Abhören von Textpassagen, beim schöpferischen Ausschmücken und Dekorieren der Stadthalle und vielen, vielen anderen (in der Summe aber sehr gewichtigen) Details. Und das wichtigste ist: Sie halten uns (oft unter großen persönlichen Opfern) jedes Jahr für Monate, wie man so schön sagt, „den Rücken frei“.
    Das sollte und musste einmal gesagt werden. Denn die Selbstdarstellung der Truppe auf einer Web-Site wäre schlecht beraten, wollte sie den fälligen Dank der Landsturmmänner an ihre Partnerinnen einfach unausgesprochen lassen. Also merke:


Wenn die Landsturmmänner sauen -
wer badet’s aus? Na, ihre Frauen!

[Josef Muhr]